Diasem
Diasem (eng. /'daɪəsɛm/) ist eine von der Komponistin ks26 erfundene MV3-Skala mit Schrittmuster LSLMLSLML bzw. LMLSLMLSL (Diasem ist chiral; diese zwei Muster sind also Spiegelbilder und sind keine Modi voneinander). Der Name Diasem ist ein Kofferwort aus den Wörtern diatonic und semiquartal (oder die Temperatur semaphore), weil sie ein Schrittmuster besitzt, das sowohl der "Semiquartal"-Skala (5L4s, LSLSLSLSL) als auch der diatonischen Skala ähnelt: nämlich kann man die 5L4s-Skala erhalten, indem man die mittleren und die kleinen Schritte der Diasem-Skala gleichstellt. Hingegen verschwinden die kleinen Schritte in der diatonischen Skala vollständig.
Die Diasem-Skala kann als eine JI-Skala in der 2.3.7-Untergruppe realisiert werden, doch sie lässt sich auch bloß als eine Folge aus Schrittgrößen L > M > S verstehen.
| Name | Struktur | Schrittgrößen | Grafische Darstellung |
|---|---|---|---|
| Semiquartal | 5L4s | 10\62, 3\62 | ├─────────┼──┼─────────┼──┼─────────┼──┼─────────┼──┼─────────┤ |
| Diasem (enthalten in 31-EDO) | 5L2m2s | 10\62, 4\62, 2\62 | ├─────────┼───┼─────────┼─┼─────────┼───┼─────────┼─┼─────────┤ |
| Diatonisch (enthalten in 31-EDO) | 5L2s | 10\62, 6\62 | ├─────────┼─────┼─────────╫─────────┼─────┼─────────╫─────────┤ |
In reiner und ähnlichen Stimmungen
In der 2.3.7-Untergruppe besitzt der LMLSLMLSL-Modus folgende Noten (relativ der Tonika):
1/1 9/8 7/6 21/16 4/3 3/2 27/16 7/4 63/32 2/1.
Ähnliche Diasem-Skalen in 31-EDO und manchen anderen EDOs ergeben sich hieraus, indem man den Patent-Val des EDOs auf jedes Interval anwendet.
Wie Superpyth eignet sich Diasem hervorragend für diatonische Melodien in der Untergruppe 2.3.7; es temperiert jedoch 64/63 nicht aus und fügt damit einer normalerweise diatonischen Skala zwei diësisgroße Schritte hinzu. Die Nicht-Austemperierung von 64/63 ist eigentlich recht nützlich, da es sich um die Differenz zwischen nur zwei 4/3-Quarten und einer 7/4-Septime handelt, so dass sich der Fehler auf nur zwei perfekte Quarten verteilt. Beim syntonischen Komma verteilt sich der Fehler hingegen auf vier perfekte Quinten. Infolgedessen wirkt die Austemperierung von 81/80 relativ wenig an Genauigkeit, weil jede Quinte nur um etwa die Hälfte adjustiert werden muss, um die gleiche Optimierung für das 5-Limit zu erreichen. Im Fall von 2.3.7 kann es sich also tatsächlich lohnen, kleine (diësis- bzw. kommagroße) Schrittgrößen in Kauf zu nehmen, um die Stimmungsgenauigkeit zu verbessern. Ein weiterer Vorteil der Detemperierung des Septimalkommas ist, dass man sowohl 9/8 und 8/7 als auch 21/16 und 4/3 in derselben Skala verwenden kann. Die Semaphore-Temperierung bewirkt in gewisser Weise das Gegenteil vom Effekt der Superpyth-Temperierung, indem es 64/63 so weit übertreibt, dass 21/16 nicht mehr erkennbar ist und die kleinen Schritte von Diasem den mittleren Schritten gleich werden.