Sechstelkomma-mitteltönig: Unterschied zwischen den Versionen

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Übereinanderschichten von sechs temperierten Quinten führt oktavbereinigt zum Interval 45/32, dem diatonischen Tritonus, welcher aus der Kombination eines grossen Ganzton 9/8 und einer reinen grossen Terz 5/4 gebildet wird. Das Intervall 45/32 wird in der sechstelmitteltönigen Temperatur also rein gestimmt. Die sechstelmitteltönige Temperatur wird deshalb manchmal auch '''tritonische Temperatur''' (englisch tritonic temperament) genannt.
Übereinanderschichten von sechs temperierten Quinten führt oktavbereinigt zum Interval 45/32, dem diatonischen Tritonus, welcher aus der Kombination eines grossen Ganzton 9/8 und einer reinen grossen Terz 5/4 gebildet wird. Das Intervall 45/32 wird in der sechstelmitteltönigen Temperatur also rein gestimmt. Die sechstelmitteltönige Temperatur wird deshalb manchmal auch '''tritonische Temperatur''' (englisch tritonic temperament) genannt.


[[Gleichstufige Tonsysteme]], welche nahe an der sechstelmitteltönige Temperatur liegen, sind [[55-EDO]] und [[67-EDO]].
[[Gleichstufige Tonsysteme]], welche nahe an der sechstelmitteltönigen Temperatur liegen, sind [[55-EDO]] und [[67-EDO]].


Wie viele mitteltönige Stimmungssysteme hat auch die sechstelmitteltönige Temperatur eine gewisse historische Bedeutung: in der Periode des Barock und der Frühklassik wurde sie von manchen als optimal angesehen, so von [https://de.wikipedia.org/wiki/Leopold_Mozart Leopold Mozart] oder auch vom Komponisten [https://de.wikipedia.org/wiki/Georg_Philipp_Telemann#Musiktheoretische_und_musikp%C3%A4dagogische_Werke Georg Philipp Telemann], welcher 55-EDO als Tonsystem vorgeschlagen hat. Der Unterschied zwischen diatonischem und chromatischem Halbton ist in der sechstelmitteltönigen Stimmung gerade etwa ein syntonisches Komma (d. h. Dis ist etwa ein syntonisches Komma niedriger als Es). Zur Zeit von Mozart<ref>Chesnut, John (1977) ''Mozart's Teaching of Intonation'', '''Journal of the American Musicological Society''' Vol. 30, No. 2 (Summer, 1977), pp. 254-271 (Published By: University of California Press) [https://doi.org/10.2307/831219 doi.org/10.2307/831219], [http://www.jstor.org/stable/831219 https://www.jstor.org/stable/831219]</ref> wurde dieses Verhältnis von diatonischem und chromatischem Halbton von manchen als optimal angesehen.
Wie viele mitteltönige Stimmungssysteme hat auch die sechstelmitteltönige Temperatur eine gewisse historische Bedeutung: in der Periode des Barock und der Frühklassik wurde sie von manchen als optimal angesehen, so von [https://de.wikipedia.org/wiki/Leopold_Mozart Leopold Mozart] oder auch vom Komponisten [https://de.wikipedia.org/wiki/Georg_Philipp_Telemann#Musiktheoretische_und_musikp%C3%A4dagogische_Werke Georg Philipp Telemann], welcher 55-EDO als Tonsystem vorgeschlagen hat. Der Unterschied zwischen diatonischem und chromatischem Halbton ist in der sechstelmitteltönigen Stimmung gerade etwa ein syntonisches Komma (d. h. Dis ist etwa ein syntonisches Komma niedriger als Es). Zur Zeit von Mozart<ref>Chesnut, John (1977) ''Mozart's Teaching of Intonation'', '''Journal of the American Musicological Society''' Vol. 30, No. 2 (Summer, 1977), pp. 254-271 (Published By: University of California Press) [https://doi.org/10.2307/831219 doi.org/10.2307/831219], [http://www.jstor.org/stable/831219 https://www.jstor.org/stable/831219]</ref> wurde dieses Verhältnis von diatonischem und chromatischem Halbton von manchen als optimal angesehen.
== Referenzen ==
== Referenzen ==
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