Durtonleiter
Über die rein intonierte Durtonleiter ist die Auffassung weit verbreitet, dass sich ihr Tonmaterial aus drei reinen Dur-Dreiklängen (3:4:5) zusammensetzt. Zwei dieser Dreiklänge haben jeweils einen Ton gemeinsam in der Form, dass die Quinte des einen der Grundton des anderen ist:
| F | A | C | ||||||||||
| C | E | G | ||||||||||
| G | H | D |
Wenn man diese Töne durch Oktavieren in den Raum einer Oktave bringt (F und A nach oben, D nach unten):
| C | F | A | ||||||||||
| C | E | G | ||||||||||
| D | G | H |
...erhält man (nach Ergänzung des die Oktave abschließenden Cs) die aus dem Schulunterricht bekannte Durtonleiter:
| C | D | E | F | G | A | H | C |
Geschichte
Die reine diatonische Durtonleiter war bereits in der Antike bekannt, sie ist eine der von Claudius_Ptolemäus beschriebenen Tonleitern.
Die Bedeutung der reinen diatonischen Skala in der europäischen Musik, konkret die zentrale Stellung der Naturterz 5/4 anstelle der im Mittelalter verbreiteten pythagoräischen grossen Terz 81/64, geht wesentlich auf Gioseffo Zarlino zurück.
Für die reine diatonische Durskala sind deshalb auch die Bezeichnungen Ptolemäus' diatonische Skala und Zarlino-Skala gebräuchlich.
Eigenschaften, "Nicetone"
English: Nicetone
Die Töne der reinen Durtonleiter bilden zum Grundton Intervalle mit den folgenden Zahlenverhältnissen:
1/1, 9/8, 5/4, 4/3, 3/2, 5/3, 15/8.
Diese Skala ist keine MOS-Skala, denn sie enthält Intervalle in drei verschiedenen Grössen: den grossen Ganzton 9/8, den kleinen Ganzton 10/9 und den diatonischen Halbton 16/15, gemäss folgendem Muster: LMsLMLs (L steht für einen grossen Ganzton, M für einen kleinen Ganzton und s für einen diatonischen Halbton).
Skalen mit diesem Intervallmuster können auch in gleichstufigen Tonsystemen vorkommen, typischerweise in solchen, welche die mitteltönige Temperatur nicht unterstützen. Beispiele sind 15-EDO und 29-EDO. Für Skalen dieser Art wurde im englischen Xenwiki der (nicht besonders originelle) Begriff Nicetone (etwa: nett-tönig) geprägt.