Konsonanz: Unterschied zwischen den Versionen
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Dasselbe Argument war lange Zeit ein kleiner Schwachpunkt im wissenschaftlichen Anspruch der Theorie von Helmholtz, weil die Hypothese, die Konsonanz eines Intervalls werde von der Übereinstimmung der Obertöne der beteiligten Töne bestimmt, mit akustioschen Instrumenten schwierig zu falsifizieren ist. Der technische Fortschritt hat diese Schwäche nun beseitigt, denn mit elektronischen Mitteln ist es heutzutage möglich, Klänge zu erzeugen, deren | Dasselbe Argument war lange Zeit ein kleiner Schwachpunkt im wissenschaftlichen Anspruch der Theorie von Helmholtz, weil die Hypothese, die Konsonanz eines Intervalls werde von der Übereinstimmung der Obertöne der beteiligten Töne bestimmt, mit akustioschen Instrumenten schwierig zu falsifizieren ist. Der technische Fortschritt hat diese Schwäche nun beseitigt, denn mit elektronischen Mitteln ist es heutzutage möglich, Klänge zu erzeugen, deren Obertonfrequenzen sozusagen beliebig sind. Dadurch ergibt sich die Möglichkeit, Helmholtz' Theoirie sozusagen in der umgekehrten Reihenfolge anzuwenden - und tatsächlich können so Intervalle mit sehr "schrägen" Frequenzverhältnissen konsonant klingen, Intervalle wie die Oktave hingegen dissonant. | ||
[[Wiliam Sethares]] hat diese, im nachhinein verblüffend einfache, Idee als erster gehabt. Siehe hierzu: | |||
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Vernachlässigt wird dieser Punkt allerdings nicht zuletzt deshalb, weil man ihn für viele praktische Belange tatsächlich vernachlässigen kann, und zwar deswegen, weil die überwiegende Mehrzahl der existierenden (akustischen) Musikinstrumente Klangfarben mit wohl verschieden starken, doch grundsätzlich ganzzahligen Obertonfrequenzen produziert, weswegen auch die Konsonanzeigenschaften von mit ihnen gespielten Intervallen sich in der Praxis meistens gleichen.<br /> | Vernachlässigt wird dieser Punkt allerdings nicht zuletzt deshalb, weil man ihn für viele praktische Belange tatsächlich vernachlässigen kann, und zwar deswegen, weil die überwiegende Mehrzahl der existierenden (akustischen) Musikinstrumente Klangfarben mit wohl verschieden starken, doch grundsätzlich ganzzahligen Obertonfrequenzen produziert, weswegen auch die Konsonanzeigenschaften von mit ihnen gespielten Intervallen sich in der Praxis meistens gleichen.<br /> | ||
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Dasselbe Argument war lange Zeit ein kleiner Schwachpunkt im wissenschaftlichen Anspruch der Theorie von Helmholtz, weil die Hypothese, die Konsonanz eines Intervalls werde von der Übereinstimmung der Obertöne der beteiligten Töne bestimmt, mit akustioschen Instrumenten schwierig zu falsifizieren ist. Der technische Fortschritt hat diese Schwäche nun beseitigt, denn mit elektronischen Mitteln ist es heutzutage möglich, Klänge zu erzeugen, deren | Dasselbe Argument war lange Zeit ein kleiner Schwachpunkt im wissenschaftlichen Anspruch der Theorie von Helmholtz, weil die Hypothese, die Konsonanz eines Intervalls werde von der Übereinstimmung der Obertöne der beteiligten Töne bestimmt, mit akustioschen Instrumenten schwierig zu falsifizieren ist. Der technische Fortschritt hat diese Schwäche nun beseitigt, denn mit elektronischen Mitteln ist es heutzutage möglich, Klänge zu erzeugen, deren Obertonfrequenzen sozusagen beliebig sind. Dadurch ergibt sich die Möglichkeit, Helmholtz' Theoirie sozusagen in der umgekehrten Reihenfolge anzuwenden - und tatsächlich können so Intervalle mit sehr &quot;schrägen&quot; Frequenzverhältnissen konsonant klingen, Intervalle wie die Oktave hingegen dissonant.<br /> | ||
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Version vom 3. Juli 2013, 07:03 Uhr
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Original Wikitext content:
Der Begriff **Konsonanz** charakterisiert den Zusammenklang von zwei oder mehr Tönen als... Konsonanz bildet gemeinsam mit [[Dissonanz]] ein System zur Unterscheidung von Klängen. In der landläufigen Musiktheorie wird zwischen vollkommenen ([[Oktave]], [[Quinte]], [[Quarte]], auch Prime) und unvollkommenen Konsonanzen (Terzen und Sexten) unterschieden. Häufig wird als Ursache für den "Wohlklang" das "einfache Schwingungsverhältnis" der beteiligten Töne genannt, allerdings ist nach dieser Theorie nicht erklärbar, warum die kleine Sexte ([[8_5|8/5]]) nicht weniger konsonant empfunden wird als Huygens’ Tritonus ([[7_5|7/5]]). ==Verweise== * [[http://de.wikipedia.org/wiki/Konsonanz|Konsonanz - Wikipedia]] * [[http://www.muzzulini.ch/publications/dm_1990_KonsonanzUndDissonanz_Liz.pdf|Daniel Muzzulini, Konsonanz und Dissonanz in Musiktheorie und Psychoakustik]] , Lizentiatsarbeit Universität Zürich 1990 =Konsonanz und Klangfarbe= Ein Punkt, der bei vielen Theorien zu Konsonanz gelegentlich etwas vernachlässigt wird, ist, dass der Wohl- oder Missklang nicht nur vom Frequenzverhältnis der beteiligten Töne abhängt, sondern auch von deren Klangfarbe - genauer gesagt von der Obertonstruktur. Diese Erkenntnis ist untrennbar mit dem Namen [[http://de.wikipedia.org/wiki/Helmholtz|Hermann von Helmholtz]] verbunden. Sein bahnbrechendes Werk "Die Lehre von den Tonempfindungen" ist online verfügbar auf [[http://archive.org/details/dielehrevondento028665mbp|archive.org]] . Vernachlässigt wird dieser Punkt allerdings nicht zuletzt deshalb, weil man ihn für viele praktische Belange tatsächlich vernachlässigen kann, und zwar deswegen, weil die überwiegende Mehrzahl der existierenden (akustischen) Musikinstrumente Klangfarben mit wohl verschieden starken, doch grundsätzlich ganzzahligen Obertonfrequenzen produziert, weswegen auch die Konsonanzeigenschaften von mit ihnen gespielten Intervallen sich in der Praxis meistens gleichen. Dasselbe Argument war lange Zeit ein kleiner Schwachpunkt im wissenschaftlichen Anspruch der Theorie von Helmholtz, weil die Hypothese, die Konsonanz eines Intervalls werde von der Übereinstimmung der Obertöne der beteiligten Töne bestimmt, mit akustioschen Instrumenten schwierig zu falsifizieren ist. Der technische Fortschritt hat diese Schwäche nun beseitigt, denn mit elektronischen Mitteln ist es heutzutage möglich, Klänge zu erzeugen, deren Obertonfrequenzen sozusagen beliebig sind. Dadurch ergibt sich die Möglichkeit, Helmholtz' Theoirie sozusagen in der umgekehrten Reihenfolge anzuwenden - und tatsächlich können so Intervalle mit sehr "schrägen" Frequenzverhältnissen konsonant klingen, Intervalle wie die Oktave hingegen dissonant. [[Wiliam Sethares]] hat diese, im nachhinein verblüffend einfache, Idee als erster gehabt. Siehe hierzu: [[http://www.google.ch/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=3&ved=0CDsQFjAC&url=http%3A%2F%2Ffolio.nzz.ch%2F2008%2Fapril%2Fdas-sollten-sie-sich-anhoren&ei=ovHTUZ6gLOqp4ASUhICgAw&usg=AFQjCNHSqob_d_4Aznj69BoD4Fl5Ty8amQ&bvm=bv.48705608,d.bGE&cad=rja|Das sollten Sie sich anhören, NZZ-Folio, April 2008]] .
Original HTML content:
<html><head><title>Konsonanz</title></head><body>Der Begriff <strong>Konsonanz</strong> charakterisiert den Zusammenklang von zwei oder mehr Tönen als...<br /> <br /> Konsonanz bildet gemeinsam mit <a class="wiki_link" href="/Dissonanz">Dissonanz</a> ein System zur Unterscheidung von Klängen.<br /> <br /> In der landläufigen Musiktheorie wird zwischen vollkommenen (<a class="wiki_link" href="/Oktave">Oktave</a>, <a class="wiki_link" href="/Quinte">Quinte</a>, <a class="wiki_link" href="/Quarte">Quarte</a>, auch Prime) und unvollkommenen Konsonanzen (Terzen und Sexten) unterschieden. Häufig wird als Ursache für den "Wohlklang" das "einfache Schwingungsverhältnis" der beteiligten Töne genannt, allerdings ist nach dieser Theorie nicht erklärbar, warum die kleine Sexte (<a class="wiki_link" href="/8_5">8/5</a>) nicht weniger konsonant empfunden wird als Huygens’ Tritonus (<a class="wiki_link" href="/7_5">7/5</a>).<br /> <br /> <!-- ws:start:WikiTextHeadingRule:0:<h2> --><h2 id="toc0"><a name="x-Verweise"></a><!-- ws:end:WikiTextHeadingRule:0 -->Verweise</h2> <ul><li><a class="wiki_link_ext" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Konsonanz" rel="nofollow">Konsonanz - Wikipedia</a></li><li><a class="wiki_link_ext" href="http://www.muzzulini.ch/publications/dm_1990_KonsonanzUndDissonanz_Liz.pdf" rel="nofollow">Daniel Muzzulini, Konsonanz und Dissonanz in Musiktheorie und Psychoakustik</a> , Lizentiatsarbeit Universität Zürich 1990</li></ul><br /> <!-- ws:start:WikiTextHeadingRule:2:<h1> --><h1 id="toc1"><a name="Konsonanz und Klangfarbe"></a><!-- ws:end:WikiTextHeadingRule:2 -->Konsonanz und Klangfarbe</h1> Ein Punkt, der bei vielen Theorien zu Konsonanz gelegentlich etwas vernachlässigt wird, ist, dass der Wohl- oder Missklang nicht nur vom Frequenzverhältnis der beteiligten Töne abhängt, sondern auch von deren Klangfarbe - genauer gesagt von der Obertonstruktur. Diese Erkenntnis ist untrennbar mit dem Namen <a class="wiki_link_ext" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Helmholtz" rel="nofollow">Hermann von Helmholtz</a> verbunden. Sein bahnbrechendes Werk "Die Lehre von den Tonempfindungen" ist online verfügbar auf <a class="wiki_link_ext" href="http://archive.org/details/dielehrevondento028665mbp" rel="nofollow">archive.org</a> .<br /> <br /> Vernachlässigt wird dieser Punkt allerdings nicht zuletzt deshalb, weil man ihn für viele praktische Belange tatsächlich vernachlässigen kann, und zwar deswegen, weil die überwiegende Mehrzahl der existierenden (akustischen) Musikinstrumente Klangfarben mit wohl verschieden starken, doch grundsätzlich ganzzahligen Obertonfrequenzen produziert, weswegen auch die Konsonanzeigenschaften von mit ihnen gespielten Intervallen sich in der Praxis meistens gleichen.<br /> <br /> Dasselbe Argument war lange Zeit ein kleiner Schwachpunkt im wissenschaftlichen Anspruch der Theorie von Helmholtz, weil die Hypothese, die Konsonanz eines Intervalls werde von der Übereinstimmung der Obertöne der beteiligten Töne bestimmt, mit akustioschen Instrumenten schwierig zu falsifizieren ist. Der technische Fortschritt hat diese Schwäche nun beseitigt, denn mit elektronischen Mitteln ist es heutzutage möglich, Klänge zu erzeugen, deren Obertonfrequenzen sozusagen beliebig sind. Dadurch ergibt sich die Möglichkeit, Helmholtz' Theoirie sozusagen in der umgekehrten Reihenfolge anzuwenden - und tatsächlich können so Intervalle mit sehr "schrägen" Frequenzverhältnissen konsonant klingen, Intervalle wie die Oktave hingegen dissonant.<br /> <br /> <a class="wiki_link" href="/Wiliam%20Sethares">Wiliam Sethares</a> hat diese, im nachhinein verblüffend einfache, Idee als erster gehabt. Siehe hierzu:<br /> <br /> <a class="wiki_link_ext" href="http://www.google.ch/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=3&ved=0CDsQFjAC&url=http%3A%2F%2Ffolio.nzz.ch%2F2008%2Fapril%2Fdas-sollten-sie-sich-anhoren&ei=ovHTUZ6gLOqp4ASUhICgAw&usg=AFQjCNHSqob_d_4Aznj69BoD4Fl5Ty8amQ&bvm=bv.48705608,d.bGE&cad=rja" rel="nofollow">Das sollten Sie sich anhören, NZZ-Folio, April 2008</a> .</body></html>