Neji: Unterschied zwischen den Versionen
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* Eine Neji-Skala bietet leichte Variationen in der Klangfarbe eines EDO-Akkords und den Tonartencharakteren bei verschiedenen Tonarten, wie eine [[wohltemperierte Stimmung]]. | * Eine Neji-Skala bietet leichte Variationen in der Klangfarbe eines EDO-Akkords und den Tonartencharakteren bei verschiedenen Tonarten, wie eine [[wohltemperierte Stimmung]]. | ||
Version vom 15. Juni 2021, 23:37 Uhr
Mit dem Begriff Neji /nɛd͡ʒi/ (für near-equal just intonation 'fast gleichstufige reine Stimmung') bezeichnet man eine Skala, die an eine irrationale Skala (sowie ein EDO bzw. eine MOS-Skala) mit aus einem Modus der Obertonreihe (Obertönen von n bis 2n, wobei n eine positive ganze Zahl ist) ausgewählten Tonhöhen approximiert. In einer Neji-Skala entspricht jeder Tonhöhe der ursprünglichen Skala ein Oberton in diesem Obertonreihe-Modus.
Warum verwendet man ein Neji?
- Vom Standpunkt der Melodie und der Modulation aus verhält sich eine Neji-Skala meist ähnlich wie die Skala, an die sie approximiert, aber die Klangfarbe eines Neji-Akkordes ist weniger rau als beim entsprechenden irrationalen Akkord (bei einem harmonischen Timbre); da ein Neji ein (gewöhnlich relativ niedriges) Teil der Obertonreihe bildet, ist die Schwingung des Zusammenklangs periodisch, anders als bei einem irrationalen Akkord.
- Eine Neji-Skala bietet leichte Variationen in der Klangfarbe eines EDO-Akkords und den Tonartencharakteren bei verschiedenen Tonarten, wie eine wohltemperierte Stimmung.
Nejis spielen eine wichtige Rolle in Zhea Eroses Primodalitäts-Theorie. Doch Nejis müssen nicht nur dem Zweck dienen, "primodale" Musik zu komponieren.
Beispiele
22:23:25:26:28:30:31:33:35:37:39:42:44 ist die 12-tönige Neji-Skala (oder 12-Neji), in der Zhea Eroses "Eurybia" geschrieben ist.
Tools zum Erzeugen von Nejis
- Die Software Scala hat eine Funktion "Approximate" > "Fit to harmonic scale", die sukzessive höhere und bessere Neji-Versionen der aktuellen Skala generiert.
- In ScaleWorkshop: "Modify" > "Approximate by harmonics", dann den gemeinsamen Nenner aller Frequenzverhältnisse (äquivalent: den Obertonreihe-Modus) eingeben.
Geschichte
Den heutzutage gebräuchlichsten Begriff "neji" prägte Zhea Erose, doch das Konzept der Obertonreihe-Approximationen war bereits unter einem anderen Namen bekannt: bereits George Secor erwähnte es als quasi-equal rational tuning.