Durtonleiter: Unterschied zwischen den Versionen

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Über die [[Reine_Intonation|rein intonierte]] '''Durtonleiter''' ist die Auffassung weit verbreitet, dass sich ihr Tonmaterial aus drei reinen [[Dur-Dreiklang|Dur-Dreiklängen (3:4:5)]] zusammensetzt. Zwei dieser Dreiklänge haben jeweils einen Ton gemeinsam in der Form, dass die [[Quinte|Quinte]] des einen der Grundton des anderen ist:
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Über die [[Reine Stimmung|rein intonierte]] '''Durtonleiter''' ist die Auffassung weit verbreitet, dass sich ihr Tonmaterial aus drei reinen [[Dur-Dreiklang|Dur-Dreiklängen (3:4:5)]] zusammensetzt. Zwei dieser Dreiklänge haben jeweils einen Ton gemeinsam in der Form, dass die [[Quinte|Quinte]] des einen der Grundton des anderen ist:


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Im englischen Sprachraum wird die rein gestimmte Durtonleiter auch als '''Malcolm's Monochord''' bezeichnet (benannt nach Alexander Malcolm, welcher eine solche Skala 1721 beschrieben hat).
= Geschichte =
Die reine diatonische Durtonleiter war bereits in der Antike bekannt, sie ist eine der von [https://de.wikipedia.org/wiki/Claudius_Ptolem%C3%A4us Claudius_Ptolemäus] beschriebenen Tonleitern.
 
Die Bedeutung der reinen diatonischen Skala in der europäischen Musik, konkret die zentrale Stellung der Naturterz 5/4 anstelle der im Mittelalter verbreiteten pythagoräischen grossen Terz 81/64, geht wesentlich auf [https://de.wikipedia.org/wiki/Gioseffo_Zarlino Gioseffo Zarlino] zurück.
 
Für die reine diatonische Durskala sind deshalb auch die Bezeichnungen '''Ptolemäus' diatonische Skala''' und '''Zarlino-Skala''' gebräuchlich.
 
= Eigenschaften, "Nicetone" =
English: [[:en:Nicetone|Nicetone]]
 
Die Töne der reinen Durtonleiter bilden zum Grundton Intervalle mit den folgenden Zahlenverhältnissen:
 
1/1, 9/8, 5/4, 4/3, 3/2, 5/3, 15/8.
 
Diese Skala ist '''keine''' [[MOS-Skalen|MOS-Skala]], denn sie enthält Intervalle in drei verschiedenen Grössen: den grossen Ganzton 9/8, den kleinen Ganzton 10/9 und den diatonischen Halbton 16/15, gemäss folgendem Muster: LMsLMLs (L steht für einen grossen Ganzton, M für einen kleinen Ganzton und s für einen diatonischen Halbton).
 
Skalen mit diesem Intervallmuster können auch in [[Gleichstufige Tonsysteme|gleichstufigen Tonsystemen]] vorkommen, typischerweise in solchen, welche die [[Mitteltönig|mitteltönige Temperatur]] nicht unterstützen. Beispiele sind [[15-EDO]] und [[29-EDO]]. Für Skalen dieser Art wurde im englischen Xenwiki der (nicht besonders originelle) Begriff '''Nicetone''' (etwa: nett-tönig) geprägt.

Aktuelle Version vom 29. Januar 2026, 13:39 Uhr

Über die rein intonierte Durtonleiter ist die Auffassung weit verbreitet, dass sich ihr Tonmaterial aus drei reinen Dur-Dreiklängen (3:4:5) zusammensetzt. Zwei dieser Dreiklänge haben jeweils einen Ton gemeinsam in der Form, dass die Quinte des einen der Grundton des anderen ist:

F A C
C E G
G H D

Wenn man diese Töne durch Oktavieren in den Raum einer Oktave bringt (F und A nach oben, D nach unten):

C F A
C E G
D G H

...erhält man (nach Ergänzung des die Oktave abschließenden Cs) die aus dem Schulunterricht bekannte Durtonleiter:

C D E F G A H C

Geschichte

Die reine diatonische Durtonleiter war bereits in der Antike bekannt, sie ist eine der von Claudius_Ptolemäus beschriebenen Tonleitern.

Die Bedeutung der reinen diatonischen Skala in der europäischen Musik, konkret die zentrale Stellung der Naturterz 5/4 anstelle der im Mittelalter verbreiteten pythagoräischen grossen Terz 81/64, geht wesentlich auf Gioseffo Zarlino zurück.

Für die reine diatonische Durskala sind deshalb auch die Bezeichnungen Ptolemäus' diatonische Skala und Zarlino-Skala gebräuchlich.

Eigenschaften, "Nicetone"

English: Nicetone

Die Töne der reinen Durtonleiter bilden zum Grundton Intervalle mit den folgenden Zahlenverhältnissen:

1/1, 9/8, 5/4, 4/3, 3/2, 5/3, 15/8.

Diese Skala ist keine MOS-Skala, denn sie enthält Intervalle in drei verschiedenen Grössen: den grossen Ganzton 9/8, den kleinen Ganzton 10/9 und den diatonischen Halbton 16/15, gemäss folgendem Muster: LMsLMLs (L steht für einen grossen Ganzton, M für einen kleinen Ganzton und s für einen diatonischen Halbton).

Skalen mit diesem Intervallmuster können auch in gleichstufigen Tonsystemen vorkommen, typischerweise in solchen, welche die mitteltönige Temperatur nicht unterstützen. Beispiele sind 15-EDO und 29-EDO. Für Skalen dieser Art wurde im englischen Xenwiki der (nicht besonders originelle) Begriff Nicetone (etwa: nett-tönig) geprägt.